Silkatfelsen und Felsspaltenvegetation

Charakteristische Arten

Immergrüner Streifenfarn, Nordischer Streifenfarn, Schwarzstieliger Streifenfarn, Kält-Felsblümchen, Himmelsherold, Gewöhnliche Tüpfelfarn, Zotten-Primel, Glimmer-Steinbrech, Felsen-Leimkraut, Alpen-Wimperfarn, Serpentin-Streifenfarn, Rostroter Wimperfarn

Gefährdungsursachen

Berg- und Materialabbau; Intensive Freizeitnutzung (v.a. Wandern, Klettern); Geländenivellierungen bzw. -meliorierungen; Nährstoffeintrag; Überstauung durch Kraftwerksbauten;

Schutzstrategien

Anlage von Pufferzonen; Offenhalten der umgebenden Vegetation (z.B. Pflege der Trockenrasen); Freischneiden von Felsblöcken;

Weitere Informationen

Der Lebensraumtyp umfasst natürliche und naturnahe, waldfreie Silikatfelsen ohne Bodenbildung in allen Höhenlagen (von kollin bis alpin), welche eine charakteristische, meist artenarme Silikatfelsspaltenvegetation tragen. Extreme klimatische Verhältnisse (große Temperaturschwankungen, starke Windwirkung) und begrenzter Wuchsraum verhindern die Entwicklung einer geschlossenen Vegetation. Die primär somit lückigen Pionierfluren werden von Flechten und Moosen, welche die Fähigkeit epipetrisch (auf der Gesteinsoberfläche) zu wachsen besitzen und von kleinwüchsigen Gräsern und Kräutern aufgebaut, deren Wurzeln in Klüfte und Felsspalten eindringen, in welchen sich Humus und Feuchtigkeit ansammelt. Silikatfelsen der tieferen Lagen sind häufig durch biologische Verwitterung (Spaltendurchwurzelung und Ausscheidung von Wurzelsäuren) geprägt, in höheren Lagen kommt der Frostsprengung größere Bedeutung zu. Eine ökologische Besonderheit ist die starke Aufheizung der Felsstandorte an Strahlungstagen. Im Winter wiederum sind die Felspflanzen wegen des fehlenden Schneeschutzes mehr oder weniger dem Winterfrost und dem Wind ausgesetzt. Die Vegetation von Nord- und Nordwest exponierten Felswänden unterscheidet sich daher relativ stark von jener der Süd- und Südwest exponierten Standorte.

Verbreitung und Häufigkeit: Zentralalpen über kalkarmen Gesteinen der Nördlichen Kalkalpen und im südöstlichen Alpenvorland, mäßig häufig; räumliche Ausprägung: kleinflächig.

Nomenklatur
Wissenschaftlicher Name
Synonyme
Prioritär Nein
Natura 2000
FFH Code 8220
Schutzstatus FFH-Richtlinie Anhang I, Gefährdungsstufe: nicht gefährdet

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